Symptomen: der anale Juckreiz

behind1Der anale Juckreiz: Pruritus ani

Definition

Der perianale Juckreiz oder Pruritus ani ist ein extrem störendes Problem und ist das Leitsymptom vieler proktologischen und Hauterkrankungen. Die Ursachen des Juckreizes aufzuklären, ist die erste Stufe in der Behandlung des lästigen Leidens.

Als Pruritus ani werden eine konstante Reizung und Irritation der perianalen Haut oder der Schleimhaut innerhalb des Analkanals bezeichnet. In der Regel kann der Juckreiz extrem quälend empfunden werden. Die viele ursächlichen Faktoren zu identifizieren und möglichst dann zu beseitigen ist das Ziel, deshalb sind eine genaue Anamnese und Untersuchung samt eine Enddarm-Spiegelung äußerst wichtig.

Die Erkrankung wird als Teufelskreis erlebt, da durch das Kratzen neue Hautverletzungen erzeugt werden, die wiederum erneute Juckattacken auslösen.

In den meisten Fällen zeigt sich eine mehr oder weniger ausgeprägte perianale Rötung und durch Kratzen entstandene Hautabschürfungen. Bei manchen können regelrechte spalt-förmige Hautdefekte, sogenannten Rhagaden, entstehen.

Pruritus ani tritt häufiger bei Männern (Behaarung, Schwitzen, usw) als bei Frauen hervor.

Ist der anale Juckreiz aus Mangel an Sauberkeit?

Sauberkeit ist fast nie ein Faktor. Allerdings ist die natürliche Tendenz, sobald einen Juckreiz auftritt, den Analbereich kräftig und häufig mit Seife und einem Waschlappen zu waschen. Das macht fast immer, durch Reizung und Schädigung der Haut, das Problem noch ärger da der natürliche ölige Hautschutz dadurch zerstört wird.
Was kann gegen dem Juckreiz getan werden?

Eine sorgfältige Untersuchung durch einen Proktologen kann eine eindeutige Ursache für den Juckreiz identifizieren.

Zahlreiche Erkrankungen im Bereich des Afters können mit einem Juckreiz (Pruritus) einhergehen. Meist wird der Juckreiz durch toxische oder allergische Kontaktekzeme hervorgerufen. Weitere Ursachen des perianalen Juckreizes können durch mechanische, chemische, biologische, dermatologische, Körper- und psychologische Ursachen breitläufig eingestuft werden.

Mechanische oder körperliche Ursachen von Pruritus ani.

Sowohl die häufige Darmentleerung bei Diarrhö als auch harter Stuhl bei Verstopfung und der häufige und kräftige Gebrauch der Toilettenpapiere können perianale Entzündungen verursachen.

Marisken, Hämorrhoiden zweitens sowie dritten Grades, ein beginnender Anal- oder Mukosavorfall (Prolaps), Analfisteln und Darmentzündungen (Proktitis) sind klinisch durch Nässen, Hautirritationen, Begleitmazerationen und Ausbildung einer perianalen Dermatitis gekennzeichnet.

Nicht selten ist der perianale Juckreiz auf eine unzureichende Analhygiene zurückzuführen. Nicht vollständig entfernte Stuhlpartikel, die noch zusätzlich durch Toilettenpapier einmassiert wurden, erzeugen durch Zersetzung einen Juckreiz. Feuchtes Toilettenpapier mit Tensiden kann den oberflächlichen Schutz herabsetzen bzw. entfernen.

Grundsätzlich ist für die Analhygiene nur eine Wasserbrause zu empfehlen, Waschungen mit Seifen sollen so lange die Entzündung besteht, unterlassen werden.

  • Angstzustände
  • Stress oder Nervosität
  • Die Einnahme von Medikamenten (insbesondere Antibiotika)
  • Alkoholmissbrauch
  • Reizdarm (dann reichen oft Koffein oder warme Speisen als Auslöser)
  • Nahrungsmittelallergien, ungewohnte Ernährung,
  • Lebensmittelvergiftung
  • Chronische Entzündungen des Darms (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Infektionen => Bakterien (Salmonellen, E coli), Viren (Retoviren), Protozoen (Amoeben)
  • Laxantien
  • Karzinome
  • Hormone (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Reizdarmsyndrom

Diagnostik

Knoten um den After können Hautfalten oder Hautlappen sein, sowie Feigwarzen und Analpolypen. Eine Differentialdiagnose ist notwendig, um eine gezielte Therapie zu ermöglichen.

Therapie

Symptomatisch wird der Juckreiz durch Ausschalten sämtlicher Chemikalien und reichlicher Flüssigkeitszufuhr primär versorgt. Sind die Befunde unauffällig, wird außer den Basismaßnahmen:

  • vermehrt körperliche Aktivität
  • Flüssigkeitszufuhr
  • Erhöhen faserreicher Kost ­

zunächst eine versuchweise Anwendung von Ballaststoffen empfohlen. Um den Wasser- und Mineralstoffverlust auszugleichen, sollten mindestens 2,5 Liter Wasser am Tag getrunken werden. Kamillen- oder Fencheltee, stilles Mineralwasser oder isotonische Getränke eignen sich hierfür am besten. Möglichst keine Fruchtsäfte oder koffeinhaltige Getränke!

Ein Hautpflegemittel sollte unbedingt nach der Reinigung auf der Haut aufgetragen werden. Am besten eignen sich normale Körperlotionen ohne reizenden Harnstoffanteil (Urea)

Die Therapie darf sich nicht allein an den Beschwerden orientieren, sondern muß sich an der Ursache des Juckreizes ausrichten, da durch deren Beseitigung (z.B. Hämorrhoiden, allergische Reaktion u.a.) auch eine Besserung der Beschwerden erreicht werden kann. Eine eigenmächtig eingeleitete Therapie durch den Patienten sollte unterbleiben, um eine bestehende Erkrankung nicht zu verschlimmern oder eine mögliche schwerwiegende Erkrankung zu übersehen.

An Allgemeinmaßnahmen sind eine ausreichende Analhygiene (lauwarmes Wasser ohne Seife oder sonstige Zusätze, keine feuchten Reinigungstücher), ein regelmäßiger, weicher Stuhlgang und Baumwollunterwäsche zu empfehlen. Salben, insbesondere solche, die Kortison beinhalten, sind zeitlich befristet anzuwenden und auf den Einzelfall beschränkt.

Mit Elektrolytpräparaten kann der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden. Es gibt spezielle Mischungen für Säuglinge und Kleinkinder. Der Erkrankte sollte Schonkost einhalten. Bei starkem Durchfall sollte er am ersten Tag nur Zwieback oder Schleimsuppe zu sich nehmen. Diese können ruhig gesalzen und gezuckert sein.

Zusammenfassung

Die Behandlung von Pruritus kann diese drei Punkte zählen.

1. Vermeiden jegliche erhöhte Feuchtigkeit im Analbereich:
• Tragen Sie entweder Unterwäsche oder Unterlage aus Baumwolle eventuell mit Babypuder
• Vermeiden Sie alle Arzneimittel oder parfümierte Deodorant.
2. Vermeiden Sie unbedingt weiteres Trauma um den After:
• Verwenden Sie keine Seife irgendwelcher Art auf den Analbereich.
• Reiben Sie niemals den Analbereich nicht auch nicht mit Toilettenpapier.
• Waschen Sie nur mit warmem Wasser und tupfen nur dem After mit Toilettenpapier ohne zu reiben ab. Verwenden Sie feuchtes Toilettenpapier, Baby-Feuchttücher oder einen nassen Waschlappen, um den Bereich sauber zu tupfen. Niemals reiben sondern nur abtupfen.
• Versuchen Sie den After nicht zu kratzen. Kratzen erzeugt mehr Schaden, was wiederum das Jucken nur noch verschlimmert. Dem ungewollt nächtlichen Juckreiz entgegen zu wirken, tragen Sie nachts enge Baumwolle-Unterhose und eventuell Handschuhe
3. Hautpflegemittel sparsam auf die Haut rund um den Analbereich auftragen und vermeiden Sie reiben. Längere Verwendung von vorgeschriebenen oder rezeptfreien Medikamenten kann zu Reizungen oder Hauttrockenheit, die der Zustand verschlechtert können die Folge sein.

Scharfes Essen, vermehrtes Schwitzen, zu langem Sitzen vermeiden!

Wie lange dauert normalerweise diese Behandlung?

Die meisten Menschen merken eine deutliche Besserung innerhalb einer Woche. Wenn die Symptome nach 6 Wochen immer noch bestehen, sollte eine Kontrolle beim Proktologe erfolgen.

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