Eingewachsener Nagel -Nagelplastik

Eingewachsener Fußnagel oder auch Unguis incarnatus

Unguis incarnatus (onychocryptosis) Bei den eingewachsenen Nägeln spricht ein Mediziner von Unguis incarnatus.

Was ist ein eingewachsener Nagel:

Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus, onychocryptosis) entsteht, wenn ein Teil des Nagels in die Haut einwächst und eine Infektion verursacht. Die Reizung verursacht die Bildung von Granulationsgewebe (wildes Fleisch). Die betroffene Zehe ist rot, geschwollen, entzündet und schmerzhaft.

Ein Nagel kann in 3 verschiedenen Formen eingewachsen sein:

  1. – normaler Nagel,
  2. -Rollnagel,
  3. – Zangennagel

Ursache des eingewachsenen Nagels:
Häufigste Ursache der eingewachsenen Nägel ist ein unsachgemäßes Rundschneiden der Nägel. Der am Rand des Nagels verbliebene Nagelsporn wächst in das seitliche Gewebe ein. Durch eine begleitende bakterielle Infektion kommt es meist zur schmerzhaften, örtlichen Entzündung und zur Bildung von Granulationsgewebe. Weitere Ursachen des eingewachsenen Nagels werden:
– breites Nagelbett,
– stark verformter Zehennagel,
– Druckbelastung durch falsches Schuhwerk.

Häufigkeit: Ein eingewachsener Nagel kommt häufig vor und betrifft meistens die Großzehe. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Beschwerden Typen: Die Beschwerden des eingewachsenen Nagels sind sehr unterschiedlich. Sie bestimmen die Behandlung.
– Entzündungsfreier Nagel,
– Entzündung ohne Eiterung,
– Entzündung mit Eiterung.

Beschwerden:
Entzündungsfreier Nagel: Beim eingewachsenen Nagel kann es trotz fehlender Entzündung zu Schmerzen kommen, die sehr belästigend sein können.

Entzündung ohne Eiterung: Sollte sich einen eingewachsenen Nagel entzündet, so folgen die Rötung, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Hitze, Schmerz und pulsierendes Pochen im Entzündungsbereich. Ein Eiterfluss besteht jedoch (noch) nicht.

Entzündung mit Eiterung: Die Verschlimmerung der Entzündung führt in der Regel zu einer akuten Nagelbettentzündung, wird ein Druck ausgeübt, so kommt es schnell zu Eiteraustritt aus dem seitlichen Weichgewebe dicht am Nagelrand. Bei lang bestehender, so genannter chronischer Entzündung kann sich im Nagelrandbereich sogenanntes wildes Fleisch bilden. Dieses stark durchblutete Gewebe kann sehr wuchern und die ganze Nagelplatte überdecken.

Behandlung:
Entzündungsfreier Nagel (Nagelpflege):
– Medizinische Fußpflege zur Entzündungsvorbeugung,
– regelmäßige Fußpflege mit Fussbäder,
– bequeme Schuhe mit genügend Platz an den Zehen, häufig barfuß gehen,
– Hühneraugen entfernen,
– spezielle Pflegeprodukte verwenden.

Entzündung ohne Eiterung:
Die Entzündung eines eingewachsenen Nagels kann leider sehr schnell zur Eiterbildung kommen, dewegen sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen. Ansonsten gelten die gleichen Empfehlungen wie beim entzündungsfreien Nagel. Ergänzend können Sie die vom Arzt oder Fußpfleger verordneten Badezusätze, Tinkturen oder Salben verwenden.

Entzündung mit Eiterung:
Wenn Sie die oben beschriebenen Beschwerden haben, sollten Sie sofort zu Ihrem Arzt gehen. Bitte fragen Sie Ihn, welche Maßnahmen Sie selber durchführen dürfen.

Operation: Vor dem eigentlichen Eingriff wird eine Blutsperre im körpernahen Bereich des Fingers oder der Zehe angelegt (z. B. eine abklemmende Manschette).
Eine Operation kann auf verschiedenen Wegen geschehen:

– Oft wird während der Operation der Seitenbereich des Nagels entfernt. Dieses Vorgehen zeigte wesentlich günstigere Ergebnisse als eine Komplettentfernung, da der neu gewachsene Nagel sonst auf ähnliche Weise einwachsen kann. Falls erforderlich, kann der Nagel an seinen beiden Seiten entfernt werden.

– Bei einer Phenolkaustik wird der Seitenbereich des betroffenen Nagels mitsamt dem Anteil der Wurzel so abgeschnitten, dass die Haut unversehrt bleibt, nun wird das Stück herausgezogen und auf den offenen Nagelbettbereich Phenol gegeben. So werden die Zellen, die Nagelgewebe bilden können verätzt. Nach dieser Operation liegt dann ein schmalerer Nagel vor als zuvor, ohne dass eine Narbe entstanden ist.

– Bei einer Operation nach Emmert (Nagelplastik, Keilexzision = Nagelkeilentfernung) wird der Seitenbereich des Nagels mitsamt Nagelbett, Wachstumsbereich und Nagelwall herausgeschnitten. Das Defekt wird durch die Naht verschlossen, so entsteht eine Narbe an der Stelle.

– Eine weitere Möglichkeit besteht in der Entfernung der Wachstumszone des betroffenen Fuß- oder Fingernagels. Der Seitenbereich wird abgeschnitten und der Hautwulst am Übergang zwischen seitlichem und hinterem Nagelwall so eingeschnitten, dass er abgeklappt werden kann. Ein Teil der Wurzel des Nagels wird herausgeholt, die Haut wird vernäht. Die sich entwickelnde Narbe ist klein.

Komplikationen:

RezidivnagelZu den bei der Operation möglich entstehenden Komplikationen gehören die allgemein bekannte Komplikationen wie: Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen sowie Schwellungen. Infektionen und Wundheilungsstörungen können allerdings häufiger auftreten, da meist eine Entzündung bereits vorgeht. Nagelreste an der Operationsstelle können eventuell verbleiben und weiter wachsen. Ebenso können sich Narben bilden. Durch die angelegte Blutsperre können Druckschäden oder Lähmungen verursacht werden. Allergische Reaktionen jeden Schweregrades sind bei unbekannten Überempfindlichkeiten möglich.

Achtung: Wir können hier nicht alle Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen auflisten. Das Gespräch mit dem Arzt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Prognose: Es sind gute Ergebnisse nach der Operation des eingewachsenen Nagels zu erwarten. Die Beschwerden verschwinden meist. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Nagel erneut einwächst.

Vor der Operation: Oftmals müssen die Blutgerinnung hemmende Medikamente ( Marcumar® oder Aspirin®) vor einer Operation noch abgesetzt werden. Dieses Thema bespricht man mit dem Arzt während des Aufklärungsgespächs.

Betäubung während der Operation: Normalerweise wird diese Operation unter der örtlichen so genannten Leitungsanästhesie, einer Art örtlicher Betäubung durchgeführt.

Auf Wunsch des Patienten kann die Operation eventuell auch in Vollnarkose  oder in Sedoanalgesie vorgenommen werden. Dies sollte dem Arzt frühzeitig mitgeteilt werden.

Verlauf

Für 1 Tag den Fuß hochlagern, für 3 Tage den Fuß entlasten, tägl. Fußbäder mit Kernseife oder Kamillosan®-Lösung
Analgetikum verordnen: Ibuprofen (z.B. Ibuprofen ®) Einnahme nach Bedarf, bis zu 3 x 400 mg tägl., am ersten Abend ggf. auch Tramal®-Tropfen

Verbandswechsel nach 2, 5 und 10 Tagen mit Fettgaze (z.B. Sofratüll®) und Kamillosan- Salbe.

Merken

Merken

Merken

Eingewachsener Nagel -Nagelplastik
5 (100%) 49 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.