Astvarikose – Retikuläre Varizen

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Definition

Bei den retikulären Varizen handelt es sich um eine Deformation des oberflächlichen Venensystems, bei der es zur Ausbildung eines subdermalen , etwa bis 2 mm großen Venengefechts kommt. Bevorzugte Lokalisation ist die Kniekehle, die Oberschenkelaussenseite. Oft kombiniert mit Teleangiektasien (Besenreiservarikosis), die intradermal gelegen sind und über zuführende Venen versorgt werden (Feeder veins).

Zu den Ursachen der retikulären Varizen (Besenreiservarikosis) zählen:

  •     familiäre Prädisposition
  •     Alter
  •     Schwangerschaft, hormoneller Einfluss
  •     stehende/sitzende Tätigkeit
  •     Übergewicht

2 Formen der Varikosis werden unterschieden :

  • primäre Varikose (95%): idiopathische Klappenfunktionsstörung
  • sekundäre Varikose (5%): erworben, Folge einer Phlebothrombose/ im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms

Epidemiologie

Zur Epidemiologie der retikulären Varizen (Besenreiservarikosis):

    • ca. 1/3 der Erwachsenen hat eine Klappeninsuffizienz in wenigstens einem Venensegment
    • >80% der Erwachsenen: kleine Varizen
    • bis zu 20% der Erwachsenen: Stammvarikose
    • Frauen häufiger betroffen (w:m=3:1)
    • Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter
    • Erstmanifestation: meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr

Zur Diagnose der retikulären Varizen werden benötigt:

1. Anamnese
2. körperliche Untersuchung:
3. Inspektion: bläuliche Knoten?  geschlängelte Adern? geschwollene Beine?
4. Palpation: Umfangsdifferenz, Überwärmung?
5. erweiterte Venen lassen sich ausstreichen, wenn keine postphlebitischen Veränderungen bestehen
6. Blow-out-Phänomen: wegdrückbare Vorstülpung der Haut über insuffizienten Perforansvenen
7. Faszienlücke unter insuffizienten Perforansvenen tastbar
8. Venenfunktionstests:  Trendelenburg-Test: zum Nachweis insuffizienter Venenklappen
Perthes-Test: Überprüfung der Durchgängigkeit der tiefen Venen

Ultraschalluntersuchung: tiefe Venen durchgängig? Venenklappen der Stammvenen (in)suffizient?
(farbdopplersonographische Darstellung eines Farbwechsels!)

Bestimmung des distalen Insuffizienzpunktes zur Stadieneinteilung (Punkt, an dem die Klappen der erkrankten Stammvenen wieder schließen, Drainage in tiefes Venensystem kann erfolgen)

Gefäßkomprimierbarkeit bei der Kompressionssonographie bedeutet freie Leitvenendurchgängigkeit unauffällige Venenwand der tiefen Venen (im Gegensatz zum postthrombotischen Syndrom)
evtl. aszendierende Pressphlebographie in Ausnahmefällen

Klinik

Die klinische Symptomatik der retikulären Varizen: Retikuläre Venen verursachen keine Beschwerden, keine Gefahr einer Thrombose oder Phlebitis.

Therapie

Zu den Therapiemöglichkeiten bei retikulären Varizen (Besenreiservarikosis) zählen:

1- Konservative Therapieoptionen: Kompressionsstrümpfe, mehr Laufen und Liegen als Sitzen und Stehen evtl. kalte Beingüsse zur Verbesserung der Durchblutung

2- Bei kosmetisch störenden retikulären Varizen:

a) Sklerosierung mit Polidocanol
b) Oberflächliche-Lasertherapie mit 532 nm

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