Venenzentrum Dr Bull
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Patienteninformationen

INFORMATIONSBLATT ZUM MITNEHMEN FÜR PATIENTEN MIT VENENERKRANKUNGEN UND KRAMPFADERN

Unser Blut versorgt Zellen, Muskeln und Organen über die Arterien mit Nährstoffen. Über die Venen wird das mit Abfallstoffen beladene Blut zum Herzen und zu den Entgiftungsstationen im Körper geleitet. Nur wenn dieser Kreislauf ausreichend funktioniert, kann der Mensch leben und gesund bleiben.

Beim Sitzen, Stehen und Gehen muss das Blut in den Bein-Venen "bergauf" fließen. Dieses Transportproblem wird von gesunden Venen mit Unterstützung der Wadenmuskulatur spielend bewältigt. Bei kranken Venen kommt es jedoch zur Stauung in den Beinen.

Die Stauung bewirkt:

Wie können Stauungen in den Beinen vermieden werden?

Venenübung

1. Durch Bewegen der Wadenmuskeln (Gehen, Fusswippen) wird das Blut in den Venen in Richtung Herz gepumpt. Diese Funktion nennt man "Muskelpumpe".

2. Durch Hochlagern der Beine.

3. Durch Tragen von medizinischen Kompressionstrümpfen oder Kompressionsverbänden, die durch Gegendruck von außen auf Krampfadern und Schwellung den Blutstrom herzwärts beschleunigen.


VERHALTENSREGELN FÜR VENENPATIENTEN

Wie kaum bei einer anderen Krankheit kann der Patient vorbeugend etwas gegen den Ausbruch eines Venenleidens unternehmen und den Arzt bei der Behandlung der Krankheit unterstützen. Dazu folgende praktische Ratschläge:

 

 

Venenübung

Meiden Sie Wärme über 28°, d. h. keine Sonne, keine Sauna, keine Wärmeflaschen und nicht heiß baden.

Duschen Sie die Beine, vor allem die Füße und Unterschenkel, 2mal täglich ab. Das Wasser sollte nicht eiskalt sein, sondern als angenehm empfunden werden (16-18°). Die Duschzeit sollte 5 bis 10 Minuten betragen. Bei Herzschwäche und Arthrose ist aber Vorsicht geboten und vorher der Haus- bzw. Facharzt zu befragen.

 

Venenübung

Meiden Sie stehende und sitzende Tätigkeiten von mehr als einer Stunde. Wenn sich das nicht vermeiden läßt, laufen Sie zwischendurch ein paar Schritte oder machen Sie Zehenstandübungen.

Auch Sport sollten sie treiben, wie: Laufen, Schwimmen, Radfahren.

 

Venenübung

 

Lagern Sie bei Schwellungen die Beine nachts hoch. Dabei soll das Fußende des Bettes hochgestellt werden. Schlecht ist es, wenn man nur einen Keil unterlegt, denn dabei wird das Knie zu sehr gestreckt.

ÜBERGEWICHT BEKÄMPFEN

Venenübung

Übergewicht belastet Herz, Arterien und Venen

Vermeiden Sie häufiges, schweres Heben und alles, was mit mit Pressen zu tun hat (z. B. Kraftsport). Achten Sie auf weichen Stuhlgang, trinken Sie deshalb ausreichend, vor allem in der warmen Jahreszeit, mindestens 2 Liter täglich.

Tragen Sie geeignetes Schuhwerk, je flacher der Absatz, um so besser. Absätze höher als 6-8 cm sind schädlich für Ihre Venen und Beine. Barfußgehen so oft wie möglich!.

Nehmen Sie die Pille nur nach vorheriger Rücksprache und laufender Kontrolle Ihres behandelnden Frauenarztes.

Bei neuauftretenden Beschwerden, insbesondere langhaltender "Muskelkater" oder außergewöhnliche Schwellung der Beine, Husten, Atemnot, Schwindel über Tage anhaltend, sofort den Arzt benachrichtigen.

GEFAHREN DER KRAMPFADERN UND BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

VenenübungDie Varicosis (Krampfadern) stört nicht nur kosmetisch. Sie verursacht durch Stauungsbeschwerden Müdigkeit, Wadenkrämpfe, Hautveränderungen und wiederholt Venenentzündungen bis zur Entwicklung eines Geschwürs am Unterschenkel (venöses Ulcus). Dieses Geschwür kann immer wieder aufbrechen und an Größe zunehmen, so daß eines Tages nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann. Im Anfangsstadium der Venenerkrankung kann versucht werden, die Venen zu veröden. Diese Verödung (Sklerosierung) ist jedoch nur bei kleinen oder kleinsten Venen ("Besenreiser") erfolgreich, bei voll ausgebildeten Krampfadern ist ein dauernder Erfolg kaum zu erwarten. Das gleiche gilt bei ausgeprägter Varicosis für Behandlungsmaßnahmen, wie das Tragen eines Gummistrumpfes und die Gabe von Medikamenten.

Zur Operation können wir aber nur raten, wenn das tiefe Venesystem intakt ist. Dazu Bedarf es eingehender Untersuchungen, z. B. der sonographischen (Duplex) oder röntgenologischen (Phlebographie) Darstellung des Venesystems.

 

OPERATIONSVERFAHREN

Welche Behandlung ist bei Ihnen geplant ?

Minimal invasive Behandlungsmethoden

Sie haben sich entschieden, im Rahmen Ihrer Krampfaderbehandlung der sogenannten endovenösen Laserbehandlung den Vorzug gegenüber herkömmlichen Verfahren (Operation, Verödung, Kompressions- strumpfbehandlung) zu geben. Sie wurden nach den durchgeführten Untersuchungen schriftlich und im Gespräch mit dem Arzt über Ihre Erkrankung, die Behandlungsmöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile informiert (s.a. ausführliche Patientenaufklärung über das Krampfaderleiden - Varikose). Wir haben uns desweiteren ausführlich über die Endovenöse Laser-Anwendung ( sog. ELVeS-Verfahren) unterhalten.

 

EVLT: Die Laserenergie wird mittels eines dünnen Laser-Lichtleiters in die Vene eingeleitet. Dort bewirkt die Laserstrahlung den Verschlusseffekt. Da nur der sehr dünne Laser-Lichtleiter und ein Katheter in die defekte Vene eingebracht werden müssen, reicht eine Öffnung in der größe eines Nadelstiches aus, um die EVLT Behandlung durchführen zu können. Dadurch werden Narben vermieden.

Durchführung der Behandlung: Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung oder in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Nachdem die zu behandelnde Vene auf der Haut markiert worden ist, wird die Vene mit einer Nadel auf Höhe des Kniegelenkes punktiert (wie beim Blutabnehmen). Dieser Einstich ist die einzige Eintrittsstelle, so dass keine Narbe zurückbleibt. Durch die Nadel wird ein Katheter in die Vene eingeführt. Die Laserfaser wird in

diesem Katheter bis zur Leiste vorgeschoben und dort unter Ultraschallkontrolle positioniert. Nach dem Injizieren der Betäubungsmittellösung um die Vene herum wird die Laserfaser, die mit einem Diodenlaser verbunden ist, langsam aus der Vene herausgezogen (durchschnittlich 3 bis 5 Minuten für eine Vena saphena magna auf der Schenkelinnenseite). Das Laserlicht wird während des Herausziehens in Pulsen

abgegeben und so die Venenwand geschrumpft. Die so verschlossene Vene kann bedenkenlos im Körper belassen werden. Danach wird ein fester Kompressionsverband angelegt, anschließend sollte für weitere 2-4 Wochen ein Kompressionsstrumpf getragen werden. Präventiv wird 5-10 Tage lang eine Thrombose-Prophylaxe mit Heparin durchgeführt. Von der Markierung der Haut bis zum Anlegen des Verbandes dauert der Eingriff ungefähr eine Stunde. Ein Krankenhausaufenthalt ist, wenn überhaupt, nur für 1-2 Tage erforderlich.

Nach dem Eingriff ist ein leichtes Ziehen entlang der geschrumpften Vene normal. Dieses Ziehen kann als typisch für die korrekt abgelaufene Reaktion des Gefäßes gewertet werden. Desweiteren ist bei fast allen Patienten die behandelte Vene als leicht verhärteter Strang 2-3 Wochen lang zu tasten.

Die Vorteile des Verfahrens liegen in der minimalen Invasivität und maximalen Kosmetik. Mangels grösserer Hautschnitte und infolge des Belassens der Venen in ihrer normalen Lage, ist es Ihnen möglich im Anschluss an die Behandlung Ihre normale Tätigkeit nach 2-3 Tagen wieder aufzunehmen. Es entstehen in der Regel sehr selten Blutergüsse oder Wundschmerzen.

Ultraschallkontrollierte Sklerotherapie - wobei ein Verödungsmittel in die Vene injiziert wird.. Ausgezeichnete Ergebnisse werden bei kleinen Venen erreicht, die vor allem aus kosmetischen Gründen behandelt werden.

Nicht jeder Patient, der an Krampfadern leidet, ist für eine spezifische Behandlung geeignet. Die Wahl des Behandlungsverfahrens wird individuell vom Arzt getroffen.

 

VERHALTENSREGELN NACH VENENBEHANDLUNGEN

Zur Unterstützung muß man nach der Behandling in der ersten Woche 24h, für 2-6 Wochen tagsüber einen Gummistrumpf tragen.

Nach der Entlassung nach Hause kann man im Regelfall sofort wieder normale Tätigkeiten ausführen. Lediglich schwerere körperliche Betätigung ist zu vermeiden.

MÖGLICHE KOMPLIKATIONEN

Den Erfolg seiner Behandlung und ihre absolute Risikofreiheit kann kein Arzt garantieren. Die allgemeinen Gefahren ärztlicher Eingriffe, wie Infektionen, Thrombosen (Bildung von Blutgerinnseln) und Lungenembolien (Schlagaderverschlüsse durch Gerinnsel) sowie Nebenverletzungen von Nerven, sind dank der Fortschritte der Medizin aber viel seltener geworden.

Wir können auch viel mehr als früher etwas dagegen tun. Als spezielle Komplikationen können Nachblutungen auftreten. Durch Schädigung von benachbarten Nervenfasern können nach der Operation gelegentlich Gefühlstörungen in kleineren Hautbezirken auftreten. Gelegentlich kommt es am operierten Bein zu vorübergehenden, in ganz seltenen Fällen zu bleibenden Schwellungen aufgrund von Lymphstauungen oder Thrombosen im tiefen Venensystem. Bei chronischen Lymphstauungen wird eine medikamentöse und physikalische Therapie (z. B. Lymphdrainage) erforderlich, im Einzelfall muß auf Dauer ein Gummistrumpf getragen werden. In seltenen Fällen, insbesondere bei einer Veranlagung zu überschießender Narben- oder Kelloidbildung, können auffällige Narben entstehen. Es kann zu bleibenden Verfärbungen und Verhärtungen der Haut kommen. In manchen Fällen können nach Verödungen Hautteile wegen Durchblutungsmangel absterben.


 


 
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