Eingewachsener Nagel -Nagelplastik

Unguis incarnatus (onychocryptosis)

Was ist ein eingewachsener Nagel:

Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus, onychocryptosis) entsteht, wenn ein Teil des Nagels in die Haut einwächst und eine Infektion verursacht. Die Reizung verursacht die Bildung von Granulationsgewebe (wildes Fleisch). Die betroffene Zehe ist rot, geschwollen, entzündet und schmerzhaft.

Ursache

Zu enges Schuhwerk, falsches Schneiden der Nägel (das vordere Nagelende soll seitlich die Zehenkuppe überragen), Wachstumsstörungen, Fehlformen des Fußes. Der Nagel wächst in den seitlichen Nagelwall ein. Dort entsteht infiziertes Granulationsgewebe.
Klinik: Rötung, Schwellung, heftiger Druckschmerz und eitrige Sekretion.

Konservative Therapie

Bei nur geringem entzündetem eingewachsenen Zehennagel, nur Rötung und Schmerz, keine Granulationen.

Vorgehen:

Gegebenfalls in Leitungsanästhesie Reinigung des Wundbettes mit Skinsept®, Abtragung seitlich überstehender Nagelanteile mit Wattestäbchen, PVJ-Salbenverband (z.B. Betaisodona®) und Fußbäder (z.B. mit Kamille), Pflasterverband um das (Groß-)Zehenendglied, der den entzündeten Nagelwall vom Nagel wegzieht. Bequemes Schuhwerk.

Verlauf:

Wenn die Beschwerdennicht innerhalb einer Woche zurückgehen , sollte zur chirurgischen Versorgung umgestellt werden.

Chirurgische Therapie

Instrumentenset: Unguis incarnatus

Tupfer, Tuch und Lochtuch zum Abdecken, chirurgische Pinzette, Skalpell, Schere spitz-spitz, Fadenschere, gerade Klemme, scharfer Löffel, Gummischlauch zur Verwendung als Tourniquet für Blutsperre.

Vorgehen

Gründliche Hautdesinfektion der betroffenen Zehe und des Vorfußes
Oberstsche Leitungsanästhesie ohne Adrenalinzusatz
Anlegen eines Mundschutzes, Händedesinfektion und Anlegen von sterilen Handschuhen
Sterile Abdeckung mit Abdecktuch, Zehe durch Lochtuch schieben
Anlegen der Blutsperre mit einem Gummischlauch als Tourniquet und Fixierung mit einer Klemme
Mit der Schere den betroffenen Rand des Nagels in 2-3 mm Breite parallel zum Nagelwall einschneiden, der Nagelwall mit den Granulationen wird mit dem Skalpell parallel dazu inzidiert. Schnitt bis in den Nagelfalz verlängern. Entstehenden Gewebekeil bis zum Knochen hinab entfernen. Mit dem scharfen Löffel restliche Granulationen abtragen und Nagelmatrix und Nagelbett auskratzen (Emmet Plastik). Gummischlauch entfernen
Verband mit Fettgaze (z.B. Sofratüll®) und Betaisodona®-Salbe, sterilen Kompressen und Druckverband.

Verlauf

Für 1 Tag den Fuß hochlagern, für 3 Tage den Fuß entlasten, tägl. Fußbäder mit Kernseife oder Betaisodona®-Lösung
Analgetikum verordnen: Ibuprofen (z.B. Ibuprofen ®) Einnahme nach Bedarf, bis zu 3 x 400 mg tägl., am ersten Abend ggf. auch Tramal®-Tropfen

Verbandswechsel nach 2, 5 und 10 Tagen mit Fettgaze (z.B. Sofratüll®) und Betaisodona® Salbe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.