Diagnose
Eine genaue Anamnese (Patientenbefragung)
ist ebenso unerläßlich wie eine sorgfältige
klinische Untersuchung. Die allgemeine körperliche Untersuchung beinhaltet
den seitenvergleichenden Pulsstatus, Palpation (Aneurysma), Strömungsgeräusche,
Kapillardurchblutung und eine Beurteilung der hautmorphologischen Kriterien
wie Farbe, Temperatur sowie Fokalneurologie (Sensibilität, Motorik).
Sprechen alle Kriterien für einen rein embolischen Gefäßverschluß (keine Claudicatio in
der Vorgeschichte, gegenseitige Extremitätenpulse vorhanden, eindeutige
Emboliequelle, Embolieanamnese, Arrhythmie), kann bei mehr zentral gelegenen embolischen
Verschlüssen auf eine weitergehende Diagnostik verzichtet, und der
Patient unmittelbar einer operativen Therapie zugeführt werden. Ist jedoch ein sicherer
klinischer Ausschluß einer arteriellen Thrombose nicht möglich, wird eine apparative Voruntersuchung
erforderlich. Eine solche ist auch bei peripheren embolischen Verschlüssen
ratsam, da sich u. U. Alternativen zur chirurgischen Embolektomie ergeben.
Auch bei scheinbar eindeutigem zentralem embolischem Verschluß ist eine apparative
Diagnostik immer ratsam, da trotz eindeutiger Konstellation klinische
Fehldiagnosen auftreten können. Führendes diagnostisches Verfahren ist die
transarterielle Angiographie. Duplexsonographie, CT, Kernspinntomographie usw. kommen
als Ergänzungen (Nachweis von Dissektionen, Aneurysmen) in Betracht.
Angiologische Untersuchung
- Palpation
der Arterienpulses:
Eine der wichtigsten klinischen Untersuchungen.
Lokalisation der Pulse.
- Auskultation der Stammarterien: pulssynchrone Geräusche
- Blutdruckmessung an beiden Armen: Differenz von mehr als 30 mmHg sind
pathologisch
- Rekapillarisierungszeit
- Periphere Ischämiezeichen
- Aneurysma
Belastungs-und Provokations Tests
Gehtest: Da die Angaben des
Patienten subjektiv sind, ist eine Standardisierung der
Gehstrecke notwendig. Wichtigste Funktionsprobe ist der Gehtest. Mittels
Metronom wird die Schrittfolge vorgegeben (2/s), bestimmt wird die relative Gehstrecke
bis zum Eintreten erster Schmerzen und die absolute Gehstrecke bis zur Unmöglichkeit
weiterzugehen.
Tests
Der Gehtest:
- informiert
über den
Kompensationsgrad des Arterienverschlusses
- dient der Dosierung für das Gehtraining nach dem Intervallprinzip
- zeigt Beserung oder Verschechterungan
Der Test kann mit Hilfe eines Laufbandergometers noch exakter definiert
werden.
Apparative Untersuchung
Die Ermittlung des Dopplerindex
,
dem Quotienten des Doppler-Druckes im Bereich
der Knöchelarterien und dem Blutdruck am Arm (an Stenose im supraaortalen
Bereich
denken !). Bei der hämodynamisch nicht relevanten Stenose wird dieser
größer als 1
oder 1 sein, je nach Schweregrad der Durchblutungsstörung sinkt er
unter 1 ab, wobei
ein Wert bis 0,7 für gewöhnlich keine Indikation für ein
weiteres diagnostisches Vorgehen
darstellt. Eine Ausnahme hiervon bildet die diabetische Angiopathie, die
durch
die Mediasklerose die Werte nach oben verfälscht. Eine kritische
Gliedmaßenischämie
ist anzunehmen bei absoluten Druckwerten, die unter 50 mm Hg im Knöchelbereich
oder beim Diabetiker unter 30 mmHg im Zehenbereich liegen. Zur Einschätzung
der
Gehstrecke ist die Laufbandergometrie nützlich, die bei 3 km/Std.
und 12° Steigung
erfolgen soll. Diese Werte entsprechen nicht der tatsächlichen Gehleistung
unter
physiologischen Bedingungen, die etwa 2 - 3 mal so hoch ist.
Die Duplexsonographie kann Stenosen
und Verschlüsse der Oberschenkelgefäße darstellen und
auch die Art
der Arteriosklerose bestimmen. Akute thrombotische
Komplettierungen und Embolien
lassen sich mit dieser Methode gut erkennen.
Die intraarterielle digitale Subtraktionsangiographie gilt heute
als Goldstandard der Angiographie und ist wo möglich - einzusetzen.
Sie hat die konventionelle Angiographie ohne Subtraktion
des Nativbildes wegen
der geringeren Kontrastmittelmenge und der höheren
Sensitivität fast vollständig
verdrängt. Dennoch kann die konventionelle Angiographie
bei bestimmten
Fragestellungen (insbesondere periphere Gefäßverschlüsse)
indiziert sein und liefert
technisch hervorragende Angiogramme.
Die intravenöse digitale Subtraktionsangiographie Diese Methode
kommt nur für großkalibrige Arterien in Betracht und weist
eine deutlich
geringere Sensitivität und Spezifität auf.
Die Magnetresonanzangiographie Dieses technisch
aufwendige und teure Verfahren besitzt eine deutlich geringere
Sensitivität und Spezifität für die
Ermittlung von Gefäßläsionen und weist insbesondere
bei der Unterscheidung von hochgradigen Stenosen von
einem Verschluß einen relativ
hohen Fehleranteil aus und sollte daher nur bei Kontrastmittelunverträglichkeit
bzw.
Unmöglichkeit einer Röntgenstrahlenbelastung
(z.B. Schwangerschaft) erwogen
werden.
Die Computertomographie Die Computertomographie
kann für aneurysmatische Gefäßveränderungen zum Einsatz kommen, auch mit computertomographischen Methoden
ist eine
angiographische Darstellung möglich, die jedoch
speziellen Fragestellungen
vorbehalten bleibt. Ein zusätzlicher Informationswert
in bezug auf eine
lndikationsstellung ist von dieser Technik nicht zu
erwarten.
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