Darmkrebs Vorsorge Wien

Vorsorge bei Darmkrebs

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Rund sechs Prozent der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens mit dem Problem Darmkrebs konfrontiert. Das ist jeder 17. Mensch. 2011 wurden in Österreich 4.348 Darmkrebserkrankungen registriert, 2.175 Menschen starben an der Krankheit. Damit ist dieser eine der häufigsten Krebsformen. Dabei ist die Mortalitätsrate in den vergangenen 20 Jahren durch Früherkennung deutlich gesunken. Beim Dickdarmkrebs ist die Vorsorge in der Lage, das Leiden nicht nur zu einem frühen und damit gut behandelbaren Zeitpunkt zu erkennen, sondern auch durch die prophylaktische Behandlung von gutartigen Vorstufen den Ausbruch der Krebserkrankung überhaupt zu verhindern. Eine ab dem 50. Lebensjahr alle sieben bis zehn Jahre durchgeführte „sanfte“ Koloskopie erlaubt die Frühdiagnose und Beseitigung von Karzinom-Vorstufen oder eines Karzinoms im zu 90 Prozent heilbaren frühen Stadium. Dickdarmkarzinome entwickeln sich zumeist langsam, was genug Zeit zum Einschreiten bietet. Die Genauigkeit dieser Früherkennungsuntersuchung ist extrem hoch.

 

Definition

Als Kolonkarzinom gelten Tumoren, deren aboraler Rand bei der Messung mit dem starren Rektoskop mehr als 16 cm von der Anocutanlinie entfernt ist.

Unter dem Begriff Darmkrebs werden alle Tumorerkrankungen des Darmes zusammengefasst. Je nach Lage des Tumorgewebes unterscheidet man folgende Arten von Darmkrebs:

Kolorektales Karzinom oder auch Kolonkarzinom: Das am häufigsten auftretende Kolonkarzinom betrifft den Grimmdarm (Colon), den mittleren Abschnitt des Dickdarms. Vorstufen eines Kolonkarzinoms sind Polypen (Adenome). Diese anfangs gutartigen Schleimhautvorwölbungen im Darm wachsen sehr langsam und entwickeln sich meist innerhalb von 10 bis 15 Jahren zu einem Tumor. Deshalb ist es wichtig, die vorsorgliche Darmspiegelung alle 5 bis 10 Jahre zu wiederholen.
Analkarzinom: Es betrifft den Anus, den Ausgang des Darmes, und kommt wesentlich seltener vor.
Maligner Dünndarmtumor: dieser tritt äußerst selten auf und bedürfen speziellen Techniken um festgestellt zu werden .

 

Screening

Die jährliche Durchführung eines Tests auf okkultes fäkales Blut – bestehen aus drei Teststreifen für drei konsekutive Stühle – ist ab dem 50. Lebensjahr bei allen asymptomatischen Personen zu empfehlen, da hierdurch eine nachgewiesene Senkung der Sterblichkeit erfolgt. Ein positives Testergebnis macht die endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarmes erforderlich.

Risikopatienten

  • Familiäre Disposition
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn
  • Familiäre Polypose
  • Tubuläre und villöse Adenome
  • Fettreiche, ballastarme Ernährung

Symptome

Darmkrebs verursacht lange Zeit keine Symptome, er entwickelt sich über Jahre ohne spürbare Beschwerden. Auch die möglichen Anzeichen von Darmkrebs-Vorstufen wie Darmkrämpfe, ungewollter Gewichtsverlust oder Änderung von Stuhlgewohnheiten werden oft nicht ernst genommen.

  • Uncharakteristische Symptome wie Flatulenz, Darmkrämpfe, chronische Anämie und Gewichtsabnahme.
  • Stuhlunregelmäßigkeiten, Blut im Stuhl, abwechselnd Diarrhöen oder Obstipation
  • In fortgeschrittenem Stadium Darmverschlußerscheinungen bis zum Ileus

Diagnostik:      Notwendige Untersuchungen:
1. Anamnese und klinische Untersuchung (einschließlich digirektaler Untersuchung)
2. Von entscheidender Bedeutung für die Diagnose eines hereditären Nicht-Polypose-Kolonkarzinoms (HNPCC) ist die Anamnese.
3. Koloskopie  mit Biopsie oder Doppelkontrasteinlauf mit Rektoskopie und Biopsie bei auffälligem Befund. Bei eindeutigem Befund des Kontrasteinlaufs kann auf die Koloskopie verzichtet werden. Bei stenosierendem, nicht passierbarem Tumor ist
die vollständige Koloskopie innerhalb von 3 Monaten postoperativ nachzuholen.
4. Sonografie  Abdomen (Leber, Niere, Ascites)
5. Röntgen-Thorax in 2 Ebenen
6. Tumormarker CEA
7. Bei Sigmakarzinom: Urinsediment

Im Einzelfall nützliche Untersuchungen:
1. Spiral-Computertomographie des Abdomens bei unklarem sonografischen Befund
2. Kernspintomographie als Alternative oder Ergänzung zur Spiral-Computertomographie
3. Spiral-Computertomographie des Thorax bei Verdacht auf Lungenmetastasen

Bei Sigmakarzinom: Spiral-Computertomographie bei sonografischem Verdacht auf Infiltration der Harnwege oder Erythrozyten im Urin; Zystoskopie bei Verdacht auf Harnblaseninfiltration, gynäkologische Untersuchung bei Verdacht auf Infiltration von
Uterus und/oder Adnexen.

Die Therapie des Colonkarzinoms sollte auf der Basis einer histologischen Untersuchung geplant werden. Neben der prätherapeutischen Sicherung der Karzinomdiagnose ist eine Tumorklassifikation nach den Richtlinien der WHO anzustreben.

Operatives Verfahren

Standardoperationsverfahren: Die chirurgische Standardtherapie des Kolonkarzinoms erfolgt in der Regel durch Resektion des tumortragenden Kolon mit dem regionalen Lymphabflußgebiet, ggf. unter Mitentfernung adhärenter Organe. Kolonkarzinome
wachsen vorwiegend zirkulär. Zur Entfernung des intramuralen mikroskopischen Tumorwachstums ist grundsätzlich eine minimale Resektionsgrenze von 2 cm ausreichend. Das regionäre Lymphabflußgebiet geht über diesen Bereich hinaus. Entsprechend der Gefäßversorgung breiten sich Lymphknotenmetastasen tangential (bis zu 10 cm vom makroskopischen Tumorrand entfernt), vorwiegend jedoch in zentraler Richtung aus. Für das Ausmaß der Darmresektion ist damit weniger die Tumorausbreitung in der Darmwand, als das nach zentraler Gefäßligatur zu entfernende Lymphabflußgebiet bestimmend. Nur bei strenger Selektion kann auch eine lokale Therapie in Form einer koloskopischen Polypektomie erfolgen.

 weitere Informationen zur operativen Verfahren

   

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